Der 28. Mai steht seit 1987 als Internationaler Tag der Frauengesundheit1. Weltweit wird dieser Tag genutzt, um mehr Bewusstsein zu schaffen, Aufklärung zu fördern und frauenspezifische Themen stärker in den medizinischen und gesellschaftlichen Diskurs zu bringen.
Für Ärztinnen und Ärzte ist besonders dieser Tag ein guter Anlass, sich zu fragen: Wie gut sind wir auf die spezifischen Gesundheitsbedürfnisse unserer Patientinnen vorbereitet?
Warum Frauengesundheit ein eigenes Bewusstsein braucht
Frauen und Männer erkranken unterschiedlich. Sie zeigen teils andere Symptome, sprechen unterschiedlich auf Therapien an und sind von bestimmten Erkrankungen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Geschlechtssensible Medizin bedeutet, diese Unterschiede zu kennen und in Diagnose und Therapie zu berücksichtigen.
Das klingt zwar selbstverständlich, ist es in der Praxis aber noch nicht immer. Viele medizinische Studien wurden lange Zeit überwiegend an männlichen Probanden durchgeführt, was dazu geführt hat, dass Erkenntnisse nicht direkt auch auf Frauen übertragbar sind. Fortbildung und Forschung sind ein wichtiger Weg, um diese Lücken zu schließen.
Unterdiagnostiziert und unterschätzt
Einige Erkrankungen, die Frauen besonders häufig betreffen, werden im klinischen Alltag noch immer zu selten oder zu spät erkannt. Endometriose ist ein bekanntes Beispiel dafür: In Deutschland sind etwa 2 Millionen Mädchen und Frauen an Endometriose erkrankt, weltweit betrifft es ungefähr jede 10. Frau2. Doch obwohl sie Millionen von Frauen betrifft, dauert es durchschnittlich 7,5 Jahre bis zur Diagnose3.
Ähnliches gilt für andere Erkrankungen, die bei Frauen anders verlaufen oder andere Symptome zeigen als bei Männern, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Migräne oder Stoffwechselerkrankungen.
Hinzu kommt, dass manche Themen sowohl medizinisch als auch gesellschaftlich noch immer seltener offen besprochen werden, sowohl zwischen Arzt und Patientin als auch in der Fortbildung. Das Mikrobiom, hormonelle Zusammenhänge oder gynäkologische Onkologie sind Bereiche, in denen regelmäßige Fortbildung einen echten Unterschied in der Versorgungsqualität machen kann.
Fortbildung zur Frauengesundheit auf Doctorflix
Auf Doctorflix findest du CME-zertifizierte Fortbildungen, die genau diese Themen aufgreifen. Das Angebot deckt ein breites Spektrum ab, von gynäkologischer Onkologie über hormonelle Zusammenhänge bis hin zu Erkrankungen, die bei Frauen häufig anders verlaufen als bei Männern. Hier ein Überblick über einige aktuelle Kurse zum Thema Frauengesundheit:
Das Angebot wächst kontinuierlich. Auf Doctorflix findest du neben diesen Kursen noch viele weitere Fortbildungen aus dem Bereich Gynäkologie und Frauengesundheit.
Weltmenstruationstag: Menstruationsgesundheit im Fokus
Der 28. Mai steht nicht ausschließlich für den Internationalen Tag der Frauengesundheit, sondern auch im Zeichen des Weltmenstruationstags.
Das Datum ist dabei kein Zufall: Die 28 steht für die durchschnittliche Dauer des Menstruationszyklus und der Mai als fünfter Monat des Jahres für die durchschnittlich fünf Tage, die eine Menstruation andauert4,5.
Der Tag wird genutzt, um die Öffentlichkeit über Menstruationshygiene aufzuklären und bestehende Stigmata zu bekämpfen. Zusätzlich soll mehr Aufmerksamkeit für den Zugang zu Menstruationsprodukten geschaffen und die Menstruationsgesundheit als Teil der allgemeinen Gesundheit und Menschenrechte gestärkt werden5.
Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das, Menstruationsgesundheit als Teil der ganzheitlichen Frauengesundheit zu verstehen, denn Veränderungen im Zyklus können auf Erkrankungen hinweisen, die frühzeitig erkannt werden sollten.
Als Arzt einen Unterschied machen
Frauengesundheit ist ein breites Feld, das weit über die Gynäkologie hinausgeht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Störungen, Stoffwechselerkrankungen und viele andere Krankheitsbilder verlaufen bei Frauen anders, werden aber im klinischen Alltag oft noch nicht konsequent geschlechtssensibel betrachtet.
Regelmäßige Fortbildung ist ein konkreter Weg, um das zu ändern. Wer versteht, wie Erkrankungen bei Frauen aussehen, welche Symptome anders sind und welche Therapien besser wirken, kann seine Patientinnen sicherer und fundierter versorgen. Das ist keine Frage des Fachbereichs, sondern der ärztlichen Grundhaltung.
Fazit
Der internationale Tag der Frauengesundheit und der Weltmenstruationstag am 28. Mai erinnern daran, dass Frauengesundheit und Medizin in der Gesellschaft noch mehr Aufmerksamkeit verdienen. Es gibt viele Bereiche, in denen geschlechtssensible Medizin einen echten und wichtigen Unterschied macht.
Als Ärztin oder Arzt kannst du aktiv dazu beitragen. Wer versteht, wie Erkrankungen bei Frauen aussehen, welche Symptome anders sind und welche Therapien besser wirken, versorgt seine Patientinnen fundierter. Fortbildung ist dabei nicht nur Selbstzweck, sondern ein direkter Beitrag zur Versorgungsqualität.
Auf Doctorflix findest du CME-zertifizierte Fortbildungen zu Frauengesundheit und mehr, die genau dabei helfen. Kostenlos, flexibel und praxisnah.
1Charité. (o.D.) [Meldung]. Abgerufen am 28.05.26, von https://bibliothek.charite.de/metas/meldung/artikel/detail/internationaler_aktionstag_fuer
_frauengesundheit_am_28_maibibliotheksressourcen_zum_thema_fraueng-1
2Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (2025). Abgerufen am 28.05.26, von https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose/
3Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (2023). Abgerufen am 28.05.26, von https://www.endometriose-vereinigung.de/diagnose/
4Valtink, M. (2025). Abgerufen am 28.05.26, von https://tu-dresden.de/med/der-bereich/gleichstellung/aktuelles/internationaler-tag-der-frauengesundheit
5Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. (o.D.). Abgerufen am 28.05.26, von https://www.endometriose-vereinigung.de/blog/weltmenstruationstag/

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