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Movember: Männergesundheit im November im Fokus

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Emma S. | Doctorflix
1.11.2026
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5 min lesen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und etwa jeder siebte Mann ist im Laufe seines Lebens betroffen1. Männer gehen seltener zum Arzt, nehmen Vorsorgeuntersuchungen weniger in Anspruch und sprechen häufig erst dann über gesundheitliche Beschwerden, wenn der Leidensdruck bereits sehr groß ist2.

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Dabei sind Prostatakrebs, Hodenkrebs und psychische Erkrankungen Themen, die im klinischen Alltag eine große Rolle spielen. Der sogenannte Movember macht den November deshalb zum internationalen Monat der Männergesundheit und schafft damit ein gesellschaftliches Bewusstsein, das Ärztinnen und Ärzten den Gesprächseinstieg erleichtern kann.

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Dieser Artikel fasst die wichtigsten epidemiologischen Fakten, Risikofaktoren und Früherkennungsangebote zusammen und zeigt, wie du den Movember als Anlass nutzen kannst, um Männergesundheit aktiv in der Sprechstunde zu adressieren.

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Wie der Movember entstanden ist

Die Ursprünge des Movember reichen bis ins Jahr 2003 zurück, als zwei Freunde aus Melbourne, Travis Garone und Luke Slattery, die Idee hatten, sich im November einen Schnurrbart wachsen zu lassen, um auf die Gesundheit von Männern aufmerksam zu machen. 2006 wurde die Movember Foundation als offizielle Charity registriert.3

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Heute ist der Movember eine weltweite Bewegung und setzt sich in vielen Ländern für mehr Bewusstsein in den Bereichen Prostatakrebs, Hodenkrebs und psychische Gesundheit ein.3 In Deutschland engagiert sich unter anderem die Stiftung Männergesundheit im Rahmen des Movember und bietet Informationsmaterial sowie Unterstützung für Aktionen rund um Männergesundheit an4.

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Für die Ärzteschaft bietet der November vor allem eines: einen konkreten Aufhänger, um das Thema Männergesundheit aktiv anzusprechen. Männer suchen seltener ärztliche Versorgung als Frauen und nehmen Vorsorgeuntersuchungen weniger in Anspruch2. Der Movember schafft ein mediales Bewusstsein, das diesen Gesprächseinstieg erleichtert.

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Prostatakrebs in Zahlen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Im Jahr 2023 wurden rund 79.600 Neuerkrankungen registriert1. Das Lebenszeitrisiko für einen Mann, an Prostatakrebs zu erkranken, liegt bei etwa 14,2 %1. Vor dem 50. Lebensjahr tritt die Erkrankung nur selten auf, das Erkrankungsrisiko steigt aber mit zunehmendem Alter deutlich an1.

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Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 92 % und gut zwei Drittel der Tumoren werden in einem frühen Stadium diagnostiziert1. Die Sterblichkeit ist in den letzten Jahrzehnten stabil geblieben, was unter anderem auf verbesserte Therapiemöglichkeiten zurückzuführen ist1.

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Risikofaktoren

Für die individuelle Risikoabschätzung in der Praxis ist die Unterscheidung nach genetischen, lebensstilbedingten und demographischen Faktoren hilfreich:

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Kategorie Beispiele
Genetisch und familiär Erstgradig Verwandte mit Prostatakrebs; familiäre Häufung1
Demographisch Höheres Alter (Risiko steigt ab 50); Männer schwarzafrikanischen Ursprungs häufiger betroffen1
Entzündlich Chronische Entzündungen der Prostata; sexuell übertragbare Erkrankungen1
Lebensstil Übergewicht, Bewegungsmangel (Datenlage weniger eindeutig als bei anderen Krebsarten)1

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Wichtig für deine Praxis: Die genauen Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms sind im Wesentlichen unbekannt1. Jedoch sind sowohl eine familiäre Häufung als auch chronische Entzündungen der Prostata als Risikofaktoren belegt worden1. Lebensstilfaktoren wie normales Gewicht und ausreichende Bewegung könnten das Risiko verringern, die Datenlage ist aber weniger eindeutig als bei anderen Krebsarten1.

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Früherkennung bei Prostatakrebs

In Deutschland umfasst das gesetzliche Früherkennungsprogramm für Männer ab 45 Jahren eine jährliche Tastuntersuchung der Prostata sowie die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane und der Lymphknoten1. Der PSA-Test ist bisher nicht Bestandteil der gesetzlichen Früherkennung, kann aber als individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch genommen werden1. Seit Oktober 2025 prüft der Gemeinsame Bundesausschuss, ein risikoadaptiertes Screening mittels PSA-Wert und MRT in das gesetzliche Früherkennungsprogramm aufzunehmen5.

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Die Datenlage zum Nutzen des PSA-Screenings ist komplex. Studien zeigen eine Reduktion der Prostatakrebssterblichkeit, gleichzeitig besteht jedoch das Risiko von Überdiagnosen und unnötigen Therapien6. Genau hier setzt das geplante Screening an: Durch die Kombination mit einer MRT-Untersuchung sollen falsch-positive Befunde und Überdiagnosen reduziert und ein evidenzbasiertes Früherkennungsangebot in der gesetzlichen Krankenversicherung etabliert werden5. Mit einem Ergebnis ist spätestens im Oktober 2027 zu rechnen5.

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Im Patientengespräch empfiehlt sich daher eine differenzierte Aufklärung über Nutzen und Limitationen des Tests, insbesondere bei Männern mit erhöhtem familiärem Risiko.

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Hodenkrebs: Selten, aber behandelbar

Hodenkrebs betrifft vor allem junge Männer zwischen 25 und 45 Jahren und ist damit die häufigste Krebserkrankung in dieser Altersgruppe7. In Deutschland erkranken jährlich etwa 3.910 Männer neu7. Die gute Nachricht: Hodenkrebs gehört zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen, was sich anhand der 5-Jahres-Überlebensrate von über 95 % zeigen lässt7.

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Im Praxisalltag lohnt es sich, junge männliche Patienten auf die Möglichkeit der Hodenselbstuntersuchung hinzuweisen. Eine monatliche Selbstuntersuchung ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Veränderungen wie schmerzlosen Knoten oder Schwellungen, die zeitnah abgeklärt werden sollten8.

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Psychische Gesundheit bei Männern

Neben körperlichen Erkrankungen ist psychische Gesundheit das dritte zentrale Thema des Movember. Männer sind von psychischen Erkrankungen keineswegs seltener betroffen als Frauen, sie suchen aber deutlich seltener professionelle Hilfe3. Das RKI benennt Depressionen, depressive Verstimmungen und Suchterkrankungen als häufige psychische Erkrankungen bei Männern3. Bei Alkohol- und Drogenabhängigkeit sind bis zu 87 % der Klienten in therapeutischer Behandlung männlich3.

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Traditionelle Geschlechterrollen können die Wahrnehmung und den Ausdruck psychischer Beschwerden erschweren. Viele Männer haben Schwierigkeiten, emotionale Belastungen zu benennen und aktiv Unterstützung zu suchen3. Im klinischen Alltag bedeutet das: Psychische Beschwerden bei Männern bleiben häufig unausgesprochen und werden erst dann thematisiert, wenn sie sich in somatischen Symptomen oder Verhaltensauffälligkeiten äußern.

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Der Movember schafft ein gesellschaftliches Bewusstsein, das es Männern erleichtern kann, das Thema anzusprechen. Als Arzt oder Ärztin kannst du dieses Zeitfenster nutzen, um psychische Gesundheit proaktiv in der Sprechstunde zu adressieren.

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Was du deinen Patienten empfehlen kannst

Als erste Anlaufstelle für Männergesundheit kannst du folgendes direkt in den Praxisalltag integrieren:

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  • Familienanamnese aktiv erfragen: Prostatakrebserkrankungen bei Verwandten ersten Grades erhöhen das individuelle Risiko und sollten Einfluss auf die Früherkennungsberatung haben4
  • PSA-Aufklärungsgespräch anbieten: Männer ab 45 Jahren, insbesondere mit familiärer Vorbelastung, sollten über die Möglichkeit des PSA-Tests und seine Limitationen informiert werden4
  • Hodenselbstuntersuchung empfehlen: Junge Männer auf die regelmäßige Selbstuntersuchung hinweisen und erklären, auf welche Veränderungen sie achten sollten8
  • Psychische Gesundheit ansprechen: Gerade bei Männern lohnt es sich, psychische Belastungen aktiv zu thematisieren, da sie von sich aus seltener darüber sprechen3
  • Auf Informationsangebote hinweisen: Die Stiftung Männergesundheit bietet fundierte Informationen und Materialien zur Männergesundheit an2

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Der Movember als Gesprächsanlass

Viele Patienten nehmen den November als Anlass, Fragen zu stellen, die sie sonst vielleicht nicht ansprechen würden. Die erhöhte mediale Präsenz des Movember senkt die Hemmschwelle, Themen wie Prostatakrebs, Hodenkrebs oder psychische Belastungen anzusprechen.

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Eine kurze, empathische Ansprache im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchung oder des Check-up 35 kann dazu beitragen, Schwellenängste abzubauen und die Inanspruchnahme von Früherkennungsangeboten zu fördern. Der Movember liefert den Aufhänger für genau dieses Gespräch.

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Fazit

Männergesundheit ist ein breites Thema, das von Prostatakrebs und Hodenkrebs über psychische Erkrankungen bis hin zu einer generell geringeren Inanspruchnahme medizinischer Versorgung reicht. Frühzeitig erkannt und angesprochen, lassen sich viele dieser Erkrankungen gut behandeln.

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Das gesetzliche Früherkennungsprogramm, die gezielte Ansprache von Risikopatienten und das offene Gespräch über psychische Gesundheit sind dabei zentrale Bausteine. Der Movember ist eine gute Gelegenheit, diese Themen aktiv anzusprechen und Patienten zu informierten Entscheidungen zu befähigen.

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Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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Literaturnachweise

1 Zentrum für Krebsregisterdaten. (2026). Prostatakrebs (Prostatakarzinom). Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Prostatakrebs/prostatakrebs_node.html

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2 Bentley, A. (2025). Moustaches for Mental Health? Movember erklärt. Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://www.watson.de/leben/gesundheit-psyche/878297524-movember-mental-health-von-maennern-unterstuetzt-durch-schnurrbaerte

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3 Movember Foundation. (o.D.). Movember – Changing the face of men’s health. Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://movember.com/

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4 Stiftung Männergesundheit. (o.D.) Movember – Gemeinsam für Männergesundheit. Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://www.stiftung-maennergesundheit.de/movember

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5 Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA). (2025). Früherkennung von Prostatakrebs: GBA prüft risikoabhängiges Angebot. Zuletzt abgerufen am 27.10.26 von https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1290/

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6 Universitätsklinikum Leipzig. (o.D.). Der Schnurrbart ruft – November ist Movember! Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/uccl/Seiten/movember-2025.aspx

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7 Hamburger Krebsgesellschaft e.V. (o.D.). „Movember“ – Mit Schnurrbart für mehr Männergesundheit. Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://krebshamburg.de/movember-mit-schnurrbart-fuer-mehr-maennergesundheit-2/

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8 Kontinenzzentrum. (2024). Movember: Ein Monat für die Männergesundheit & Vorsorge. Zuletzt abgerufen am 26.10.26 von https://www.kontinenzzentrum.ch/de/blog/detail/movember-ein-monat-fuer-die-maennergesundheit-vorsorge.html

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